Patellaspitzensyndrom

Patellaspitzensyndrom/Springerknie/Jumpers knee:

Das Patellaspitzensyndrom ist eine schmerzhafte, chronische, degenerative Überlastungserkrankung der Patellasehne. Umgangssprachlich wird es auch Springerknie oder  Jumpers knee genannt. Da eine maximale Zugbeanspruchung der Kniescheibensehne insbesondere bei Sprungsportarten vorkommt, sind Sportarten wie Handball, Volleyball, Basketball, Weitsprung oder Hochsprung häufige Auslöser für ein Patellaspitzensyndrom. Aber auch bei anderen Sportarten, wie beim Fußball, Fahrradsport, Gewichtheben, Joggen auf hartem Untergrund oder Tennis wird ein Jumpers knee häufiger einmal vorgefunden.

Patienten mit einem Patellaspitzensyndrom berichten über einen belastungsabhängigen Schmerz im Bereich der Kniescheibenspitze. Je nach Erkrankungsstadium kann der Schmerz zum Belastungsbeginn vorliegen und nach der Aufwärmphase wieder verschwinden, während er in der Phase nach der Belastung erneut auftritt. Im fortgeschrittenen Stadium verbleibt der Schmerz während der gesamten Belastung. In sehr weit fortgeschrittenen Fällen schmerzt der Kniescheibenansatz nicht nur bei der sportlichen Betätigung sondern permanent auch im Alltag, zum Beispiel beim Treppensteigen. Einige Patienten beschreiben einen stichartigen Schmerz bei bestimmten Winkelzuständen des Kniegelenkes unter Belastung.

Der Schmerz nach und während körperlicher oder sportlicher Betätigung lässt sich in 4 Schweregrade, von leicht bis schwer, unterteilen:

  • Grad 1: Schmerz nur nach dem Training
  • Grad 2: Schmerz vor und nach Betätigung, doch nach Aufwärmen geringer
  • Grad 3: Schmerz bei Aktivität, der Training oder Höchstleistung verhindert
  • Grad 4: Schmerz bei alltäglichen Aktivitäten, der unter Umständen noch schlimmer werden kann

Behandlungsmöglichkeiten des Patellaspitzensyndroms:

Die optimale Behandlung des Springerknies ist eine Kombination aus exzentrischen Kraftübungen, Dehnung, Physiotherapie und dem Jumperband beim Sport.

Ein Programm zur Stärkung des Quadrizepsmuskels sorgt insbesondere für exzentrische Festigung. Mit diesen Übungen zur Stärkung und gleichzeitiger Verlängerung der Muskeln wird angenommen, eine maximale Heilung des Patellaspitzendyndroms zu erreichen. Durch Dehnung verschiedener Muskelgruppen können Verspannungen, die den Druck auf die Patellasehne erhöhen, gelöst werden und damit helfen die Schmerzen An der Patellaspitze zu reduzieren.

Ein Physiotherapeut kann transversale Reibtechniken wie Friktionsmassage anwenden und weitere Rehabilitationsmaßnahmen empfehlen. Das Jumperband entlastet die Sehne an ihrem Ansatz, indem das Band auf die Kniescheibensehne und die Unterkante der Kniescheibe drückt.

 

Richtiges Anlegen des Jumperbands

Das Jumperband sollte direkt vorne unter der Kniescheibe auf der Patellasehne platziert werden und hinten knapp unter der Kniekehle und nicht in der Kniekehle liegen. Beim Anbringen des Jumperbandes am betroffenen Knie sollte dieses entlastet und leicht angewinkelt sein (20 Grad).